Arbeiterwohlfahrt einst und jetzt

Im Gegensatz zu heute war in den Nachkriegsjahren jeder für jeden da und das Zusammengehörigkeitsgefühl war besonders ausgeprägt. Hierzu haben die ehrenamtlichen AWO-Helferinnen und -Helfer wesentlich beigetragen.

 

Langsam kam Schwung in den Aufbau. Die notdürftig aufgebauten Wohnbaracken mussten dem dringend notwendigen Wohnungsbau Platz machen und verschwanden nach und nach.

 

Es begann der wirtschaftliche Aufschwung, womit auch das aus der Not anfängliche Zusammengehörigkeitsgefühl immer mehr nachließ. Mit dem wirtschaftlichen Wohlstand stellte sich eine fast totale Entfremdung zueinander ein. Mit diesem Auseinanderleben kam eine neue Zeit der Not, nämlich die der Obdachlosen, Arbeitslosen, Aussiedler, Sozialhilfeempfänger, sowie der notleidenden kranken Menschen, die den Wohlhabenden bzw. der Gesellschaft zur Last fielen.

 

Auf der AWO-Bundeskonferenz 1959 in Wiesbaden sagte Heinrich Albertz, AWO-Vorsitzender 1949-1965:

 

"Wir haben uns darauf einzustellen, dass in den Zeiten des Wohlstandes und der Sattheit die täglichen Gefährdungen des Einzelnen und der Gruppe nicht mehr oder nur zu einem geringen Teil mit materieller Hilfe aufgefangen werden können. Nur mit neuen Versuchen können wir Menschen helfen, sich in der modernen Massendemokratie und in dem, was wir 'Tanz um das goldene Kalb' in der Bundesrepublik jeden Tag von neuem erleben, zurechtfinden."

 

Somit wurde die Rolle der sozialen Dienste immer wichtiger. Soziale Arbeit ist aber auch gleichzeitig ein Beitrag zur Entwicklung der Gesellschaft, die orientiert ist an mehr Freiheit, mehr Gerechtigkeit und Solidarität.

 

Konkrete Hilfe wird heute in folgen Bereichen von der Arbeiterwohlfahrt angeboten:

 

  • Altenhilfe
  • häusliche Dienste
  • stationärer und fahrbarer Mittagstische
  • Behindertenhilfe
  • Krippen, Kindergärten, Tageseinrichtungen
  • Schülerhilfe und Schulsozialarbeit
  • Ferienerholung für Kinder und Jugendliche
  • Jugendberufshilfen
  • Jugendbildungs-, Freizeit- und Kulturangebote
  • Jugendwohneinrichtungen
  • Frauenhäuser und Beratungsstellen
  • Müttergenesung
  • Hilfe für Flüchtlinge
  • Dienst für Aussiedler
  • Hilfe für Suchtkranke
  • Beratungsstellen für Migranten

 

Der Name "Arbeiterwohlfahrt" steht heute für moderne, aufgeschlossene Sozialarbeit und ist eine Säule unserer Freien Wohlfahrtspflege.

Die Mitglieder, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der AWO setzen sich nach wie vor persönlich dafür ein, ihre gemeinsamen Grundwerte von Freiheit, Gerechtigkeit, Solidarität und Toleranz im täglichen Leben vor Ort zu verwirklichen.